Schuld und die Schwierigkeiten zu vergeben



Schuld, was ist das?
Ist es dieses Gefühl nicht richtig zu sein?
Nicht alles Menschenmögliche getan zu haben?

Und was, wenn der Verstand und damit der Mensch „weiß“, dass er sich nicht schuldig gemacht hat?
Was wenn dieses Schulgefühl irgendwo ganz anders her kommt?

Schuld, dieses Gefühl, nicht zu genügen, Fehlerhaft zu sein und damit Fehler gemacht zu haben, liegt ganz oft unter vielen anderen Gefühlen…Wut, Hilflosigkeit, Trauer…

Was wäre, wenn Du darauf vertrauen würdest, dass alles was geschehen ist, nicht in Deiner Macht lag, wenn dies alles dazu gedient hat, dich zu dem zu machen, der Du heute bist.

Was, wenn die Schuld, die Du in diesem Leben spürst, ihre Ursache gar nicht hier hat, sondern viel früher…und vielleicht auch gar nicht Deine Schuld ist.
Schuld ist ganz oft ein kollektives Gefühl und sie führt in Generationen dazu, dass Menschen sich nicht wert fühlen, ihrer Stärke beraubt werden, weil sie „spüren“ das sie (es) nicht wert sind…diese Menschen glauben, was „man“ ihnen sagt, um sich zu entschulden, sie dienen etwas ohne zu hinterfragen, sie sind manipulierbar, sie vertrauen allen, nur nicht sich selbst.
Menschen die sich nicht wert fühlen, dienen und erwarten, wüten und strafen und erwarten. Die Verhaltensformen sind so unetrschiedlich wie wir es sind und doch wissen wir genau, wann wir etwas tun, um etwas zu erreichen…nämlich, um gesehen zu werden, in unseren ganzen selbst, in unserer Größe…
Wir machen Andere klein, um größer zu sein, wir erhöhen Andere, um unsere Größe nicht sehen zu müssen, um im Kleinsein verharren zu können. Wir geben unsere Stimme ab, damit die Anderen über uns bestimmen können, wir geben unsere Ver-antwort-ung ab, um uns nicht selber zu antworten, wir wollen den Anderen glauben, um uns selber nicht hören zu müssen.

Wir alle wissen.
Wir alle fühlen.

Wir kennen sie alle, diese hilflosen Versuche in Kontakt zu kommen, etwas zu „erreichen“, etwas „gut“ zu machen….all das geht von dem Irrglauben aus, dass Du nicht gut bist, sondern etwas tun musst, um geliebt zu werden, dass Du als Mensch, in Deiner ganzen „Eigenart“ eigenartig bist.

Ja, dass bist Du und das ist gut so, denn nur Du kannst hier tun, wozu Du auf die Welt gekommen bist.

Die Schwierigkeit zu vergeben…warum ist es so schwer für mich zu vergeben?
Ist es nicht auch die Schwierigkeit, dass was ich „fordere“ selbst zu geben, nämlich mich selbst endlich zu erkennen, mich an zu erkennen, in all meiner Größe.

Das Gefühl nicht alles getan zu haben, obwohl meine weltlichen Mittel  mehr als ausgeschöpft waren. Das Gefühl versagt, es nicht geschafft zu haben, meiner Aufgabe nicht gerecht geworden zu sein…zb als Mutter, als Vater, als Tochter, als Sohn etc…
Dieses Gefühl führt zu Selbstbestrafung und Leid,  zu Misserfolgen und immer wiederkehrenden Mustern.
Der Schrei nach Vergebung…irgendjemand, der kompetent ist, möge mir doch bitte endlich vergeben…er verhallt ungehört. Meine Erwartung gesehen zu werden und dann, wenn ich nur endlich erkannt werde, Vergebung zu erlangen…es funktioniert nicht.
Es führt zu Missverständnissen und Chaos, es führt zu Opfern.

Die Einzige, die mir vergeben kann, bin ich selber, denn dann greifen alle Vorwürfe nicht mehr, dann bin ich heil und meine „Oberfläche“ ist wieder so glatt und rein, dass es keine Anhaftungen mehr gibt.
Dann kann ich lassen, die Anderen, mein Gegenüber, meine Kinder, meine Eltern, meinen Partner und auch endlich mich selbst.

Ich kann all diese wunderbaren Geschöpfe lassen (wie sie sind) und freudig und liebevoll mein Leben leben.
Ich kann aufhören zu bewerten, Recht zu haben, weil es nicht mehr wichtig ist mich „zu verteidigen“, da ich keine Schuld mehr habe.

Ja, aber wie soll das gehen?
Der Schmerz, die Schuld, die Trauer sitzt so tief.
Gehe zu Dir zurück, gehe in Dich, in die Stille, entziehe Dich für eine Zeit dem weltlichen Rummel, heile Dich in der Stille…gib alles ab, an das Wesen, das weiß, wer Du wirklich bist.
Das Wesen, das Dein Licht kennt und sieht, auch wenn Du Dich nicht liebst.

Ich weiß es ist schwer, es kostet Kraft und Tränen Dir zu vergeben.
Es ist ein Weg.
Es ist der einzige Weg.
Du kannst ihn jetzt gehen oder später, aber Du wirst ihn gehen.
Geh ihn jetzt und Dein Leben wird leicht, freudig und voller Fülle sein.

Versuche es mit Ho´oponopono, diesem uralten hawaianischen Vergebungsritual, es begleitet mich seit einigen Jahren und oft reicht die Frage "Was hätte mich dazu gebracht so zu reagieren".
Dabei zählt nicht was den Anderen dazu gebracht hat, es zählt nur, was hätte mich dazu gebracht. Mit der Erkenntnis, dass es eine Situation geben kann, die Dich dazu bringen würde auch so zu reagieren, wird klar, dass alles was da draussen ist auch in mir ist und somit entziehe ich der Situation den Hass und die Wut und werde auf mich zurückgeworfen.

Aho

Herzensgrüße
Sandra

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