Grundeinkommen und das Vertrauen in die Menschen





Die Menschen möchten arbeiten, sie wollen ein Beitrag leisten, sie wollen Teil der Gemeinschaft sein...

So...zu mir, ich habe nach 20 Jahren Selbstständigkeit als Modistenmeisterin mit Auszubildenden und allem was dazu gehört, meinen Betrieb im März 2018 geschlossen, aus verschiedenen Gründen.
Ich habe mich weiter entwickelt und meine Werte waren nicht mehr mit dem Laden und dem damit verbindenen Konsum kompatibel, ich konnte und wollte nicht mehr 60 Stunden die Woche arbeiten, mit dem Gefühl erstmal alles mögliche bezahlen zu müssen, bis ich ein Brötchen auf dem Tisch hatte, ich konnte diese Bürokratieschwemme auf meinem Schreibtisch nicht mehr ertragen, ich war gesundheitlich nicht mehr in der Lage zu diesen Bedingungen zu arbeiten.

Ja, nun stehe ich also da, als Unternehmerin, die viele Jahre diesem Staat gedient, junge Menschen ausgebildet und auch in diverse Kassen reichlich Geld gezahlt hat da und schlage mich mit dem Jobcenter herum.
Ich möchte nichts weiter, als etwas Unterstützung bei meiner Neugründung, in Form von Unterstützung zum Lebensunterhalt und Beratung...jetzt sehe ich mich aber leider einem Sachbearbeiter gegenüber, der mir ständig Stellenvorschläge schickt, bei denen ich für den Mindestlohn arbeiten soll, der mir in völliger Unkenntnis der neuen Branche meinen Gründungszuschuss, sowie die Beratungskosten verweigert, weil er nicht in der Lage ist sich mein Vorkonzept durch zu lesen und/ oder zu verstehen.
Mir ist von verschiedenen Unternehmensberatern bescheinigt worden, wie großartig mein Konzept ist...und dieser Staat, mein Heimatland verweigert mir die Hilfe, will einzig und alleine, dass ich aus der Statistik verschwinde, zu welchem Preis auch immer und zurück ins Hamsterrad gehe, um was auch immer zu dienen.

Es kann nicht von gemeinsam oder Zusammenarbeit gesprochen werden.

Ich bin sauer, weil ich erlebt habe, dass Menschen, denen ich bei der Gründung geholfen habe, die keine Ahnung von Betriebswirtschaft etc. hatten, die nicht wirklich wissen, was sie tun, ein Jahr voll finanziert werden, während mir alle Hilfe verweigert wird, jeden Tag habe ich Sorge was sich in meinem Briefkasten befindet...eine Verweigerung der Zahlungen zum Lebensunterhalt (gab es auch schon), völlig irre Stellenangebote (die nicht im Entferntesten meinem Berufswunsch entsprechen) oder mal wieder eine förmliche Zustellung, in der mir Leistungen versagt werden, die ich nicht mal beantragt habe (quasi vorbeugend)...die Anwältin des VDK, von der ich Hilfe erhoffte, schüttelte nur den Kopf und sagte sie würde es auch nicht verstehen, das hätte sie zum ersten Mal und könne mir leider gar nicht weiter helfen.
Einen freien Anwalt zu finden, der sich mit dem Jobcenter auseinandersetzt ist schwierig...entweder völlig unmotiviert oder wegen der zu geringen Bezahlung nicht interessiert.
Ich bin eine hochqualifizierte Fachkraft, habe viele Begabungen und Kenntnisse und ich lasse mich nicht verschleudern, damit irgendwessen Statistik stimmt.

Ich trage mich mit dem Gedanken aus zu wandern und diesem Land den Rücken zu kehren...Work & Travel.
Ich brauche nicht viel zum Leben...Was ich brauche ist meine Anerkennung als Mensch und ein freundliches Umfeld.

Herzensgrüße
Sandra

PS.: Ich wollte anhand meines eigenen Lebens darstellen, wie es hier so läuft...von wegen Fachkräftemangel und so :-)

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