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Unser Weg Teil 3: Burnout und kein Weg raus?

 

 

Da stand ich nun mit meinem Laden.
Ich konnte nicht mehr.
Das Hamsterrad meines Lebens drehte sich immer schneller.
Von meinen persönlichen Katastrophen hatte ich mich immer noch nicht erholt.

Wie auch, denn es waren für mich lebenseinschneidende Erfahrungen gewesen.

Ich versuchte mir den Druck heraus zu nehmen, Lösungen zu finden.
Ich begann schon vor einigen Jahren Bücher zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung, Schamanismus und Natur zu lesen.

Mein Leben veränderte sich.

Ich war auf der Suche nach dem Sinn.

Welchen Sinn hatte mein Leben noch, nachdem mir meine Kinder genommen wurden?
Ich arbeitete, trainierte, tanzte…suchte Ablenkung und nichts half.

Ich verlor immer mehr die Freude und das Warum für mein Leben.

Mein Arzt wies mich als Akutfall in die Klinik ein.
Ich sollte mit der Diagnose Burn-out eine Auszeit nehmen und mich behandeln lassen.

Raus aus dem Hamsterrad.
Zu dieser Zeit war ich alleine. Kein Partner, weder im Leben noch im Betrieb.
Sechs Tage arbeiten, ein Tag frei und an diesem Tag machte ich all das, was ich in der Woche nicht schaffte, putzen, Wäsche waschen, Buchhaltung. Ich funktionierte nur noch.

Meine Kinder sah ich so gut wie gar nicht. Die Verbindung schien gekappt.

Aufgrund der, bei der Krankenkasse, eingereichten Papiere, Diagnosen und ärztlichen Schreiben bekam ich als akuter Fall dann schon nach fünf Monaten einen Platz in einer Klinik, in die ich nicht wollte.
Ich wollte mich nicht mit anderen in einen Kreis setzen und über mein Leben jammern.

Was ich wollte, war einfach mal meine Ruhe, schlafen, nix müssen.
Der Termin sollte im November sein und dann für mindestens neun Wochen, sagte mir der Mitarbeiter der Klinik, der mich im Betrieb anrief.
Ich war total erschrocken…im November?
Immerhin hatte ich von Mitte Oktober bis Heilig Abend Hochsaison, denn in dieser Zeit machte ich circa siebzig Prozent meines Jahresumsatzes. Ich konnte unmöglich zu dieser Zeit neun Wochen den Betrieb schließen. Ich sagte dem Klinikmitarbeiter wie ich darüber dachte und er erwiderte: „Na, dann kann es ja wohl nicht so dingend sein!“ „ Doch“, sagte ich „nur wenn ich in dieser Zeit den Laden schließe, kann ich danach zum Sozialamt gehen, denn dann bin ich bankrott.“ „Ja, wenn Ihnen ihr Geschäft wichtiger ist als Ihre Gesundheit“, erwiderte er. Was sollte ich sagen, ich hatte weder kraft noch Argumente, da er es anscheinend nicht verstehen konnte oder wollte. Als Selbstständige bekam ich keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die Kunden, die in dieser Zeit vor die geschlossene Tür laufen würden, kämen nicht wieder. Aber all das wurde nicht gehört. Er legte erzürnt auf.
Und ich machte, wie so oft in meinem Leben, einfach weiter.

Um mir mehr Freizeit zu zuschustern, ging ich in meinem betrieb eine Kooperation ein und gründete mit einer Kollegin, die ich nur als Kollegin kannte, eine GBR.
Ich hoffte auf nur noch drei Tage Laden und ein Teilen der gesamten Aufgaben, die den Betrieb betrafen. Leider gefehlt. Meine Kollegin kam zwar drei Tage die Woche, nur leider musste ich trotzdem mindestens fünf Tage erscheinen, um alles was das betriebswirtschaftliche anging, sowie die Entwicklung der Kollektion, alleine machen.

Es war wie in einer schlechten Beziehung. Sie zog mit einem Köfferchen in meine Wohnung ein und beteiligte sich weder zeitlich noch finanziell am gemeinsamen Leben.
Trotz vielen Gesprächen und Mediationen, um diese geschäftliche Verbindung zu einem guten Punkt zu bringen scheiterte es und ich stand mit viel Ärger, einigen tausend Euro Verlust und einem Gerichtverfahren da.

Ich packte ihren Koffer, setzte ihn vor die Türe und sie ging…zurück blieb ein Scherbenhaufen, den ich mühsam wieder aufräumte. Das war mir nun eine Lehre gewesen.

An den Wochenenden ließ ich in den folgenden Jahren immer mal wieder den Laden geschlossen, weil es keine andere Möglichkeit gab Luft zu holen und mich zu erholen.
Ich machte jahrelang keinen Urlaub, weil es weder finanziell noch zeitlich drin gewesen wäre.

So kämpfte ich mich durch mein Leben und gab nicht auf.

Ich besuchte immer mal wieder Seminare bei einem schamanisch arbeitenden Paar, machte meine Visionssuche in den Schweizer Bergen. Da saß ich nun mit meinem Zelt, fastend, fünf Tage und Nächte alleine im Wald und sollte mein Feuer hüten. Es goss fast die ganze Zeit in Strömen. Es war hart. Ich heulte, schrie, kämpfte…und gab nach. Ich lag da auf einem weichen Polster aus Heidelbeeren und spürte mich endlich wieder. Ich schrieb, machte die Aufgaben, die mir aufgetragen worden waren, verließ meinen heiligen Steinkreis nur um Wasser und Brennholz zu holen. Und um mich zu erleichtern. Immer wieder weinte ich, es kam so vieles hoch. Die ganze Anstrengung, die Kämpfe, die Verletzungen, Schuldgefühle wollten endlich gesehen werden. Ich begann mich zu erkennen. Ich stellte mir Fragen.
„Warum mache ich das eigentlich alles?“ „Warum ist es so schwer?“ Ich schreib und schrieb und schrieb…schrie, weinte, wütete und war still. Auf einmal war es leer in mir und still.

Ich fühlte nichts mehr oder alles. Ich kann es nicht sagen.
Als ich nach diesen Tagen von der Trommel, die Johanna, die Schamanin schlug, zurück an die Hütte, in die Gruppe gerufen wurde, packte ich mein Zeug, räumte meinen Platz auf und ging wieder in mein Leben. Ich kam am Feuer an, ich war die letzte die gerufen worden war. Die Gruppe stand dort und jubelte mir zu. Ich hatte es geschafft. Ich hatte den Mut bewiesen mit mir alleine zu sein. Ohne Ablenkungen. Nur mir selber ausgesetzt, meine Gefühle zu fühlen. Ich bekam eine Initiation. Johanna lachte mich an, ich lachte, all die Anspannung war weg.

Nun hatten wir noch zwei Tage gemeinsam auf der Hütte zur Nacharbeit, zum wieder ankommen. Als es an den Abstieg ins Tal ging, wollte ich nicht. Ich hatte furchtbare Angst dieses Gefühl, diese Verbundenheit zu mir und Mutter Erde wieder zu verlieren im Trubel des Lebens. Im Tal gingen wir alle im eiskalten Gebirgsbach baden. Nackt. Es war wie eine Taufe.
Gemeinsam mit der Frau, mit der ich hergefahren war, machte ich mich auf den Weg in mein Leben. War es noch mein Leben? War es mein altes oder mein neues Leben?
Ich wusste nichts und das tat gut…wir schwiegen und genossen die Stille. Unterwegs wollten wir an einer Raststelle halt machen. Wir betraten das Restaurant, wollten etwas essen….es war laut und unwesentlich. Wir flüchteten beide wieder aus diesem Lärm.

Es dauerte noch eine Woche, bis ich wieder in meinem Leben ankam.

Erst erschien es als hätte sich nichts verändert. Diese Pflanze war noch so zart…doch in mir keimten mein Lebenswille und meine Liebe zu mir selbst langsam. Ich wurde ruhiger, bestimmter und trat für mich ein. Manchmal reagierte ich sicher zu heftig, denn ich musste noch lernen und üben in der Verbindung mit anderen Menschen, seien es Familie, Kunden, Lieferanten oder Freunde, liebevoll zu mir zu stehen, ohne scharf und verletzend zu sein, aus der Angst heraus mich wieder zu verraten. Denn das kannte ich. Ich hatte mich schon so oft in meinem Leben verraten, nur um geliebt zu werden.

Ich war auf dem Weg der Heilung.

 

Wenn Du Dich in meiner Geschichte wiedererkennst und Fragen hast oder Hilfe auf Deinem Weg suchst, dann schreibe mich einfach an.
Ich bin da <3

Herzensgrüße vom Platz der Begegnung & Heilung

Xanthia

 

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