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unser Weg Teil 1: Von der Ehefrau und Mutter zur Geschäftsfrau





Ich war gerade einmal 17 Jahre alt, als ich den Vater meiner Kinder kennenlernte und mich verliebte. Wir zogen schnell zusammen, besser ich zog zu ihm in die Studentenwohnung. Es war auch eine Flucht von zuhause, da ich mich von meinen Eltern an den Ort irgendwie verschleppt fühlte. Durch Michael lernte ich eine andere Welt kennen, seine Eltern waren vermögend, die Urlaube wurden in erstklassigen mehr Sterne Hotels verbracht, es gab immer reichlich Besteck und Gläser auf dem Tisch…nur ansehen und sich mit mir oder anderen Menschen wirklich verbinden, das konnte in dieser Familie keiner.
Ich fühlte mich nicht angenommen und schon vor der Hochzeit fühlte ich mich unwohl, hinterfragte und tat es dann doch, weil ja ein großes Fest organisiert worden war und was sollten schließlich die Leute denken.
Ich erinnere mich noch an eine Unterhaltung mit meiner Mutter, die mir völlige Freiheit lies und sagte, mach das was Dein Herz sagt!
So heirateten wir und hatten doch eine schöne Zeit.
Ich hatte gerade mit meinem Studium in Maastricht begonnen. Kunst & Modedesign.
Ich lernte schon früh nähen und beschäftigte mich mit Ausdruck von Persönlichkeit. Ich entwarf eigene Kleider, nähte sie und trug sie stolz in der Schule…meine Eltern und besonders meine Mutter unterstützten mich in meinem Sein.
Mein Studium war sehr spannend, alles auf niederländisch, eine drei Tage dauernde Aufnahmeprüfung, die ich sehr gut bestand…es ging los.
Nach einiger Zeit kam Michaels Wunsch nach Kindern immer deutlicher in unsere Beziehung. Es ging soweit, dass er sagte, er wolle nicht der Opa seiner eigenen Kinder sein, daher sollten wir jetzt mal loslegen. Ich war gerade mal zwanzig und im ersten Jahr meines Studiums, welches mir viel Frede machte.
Ja, ich wünschte mir auch Kinder, eine Familie und doch war da der Wunsch eine berühmte Designerin zu werden und den Menschen zu helfen ihren Selbstausdruck zu finden. Ich saß dem Irrtum auf, ich könne beides verbinden. Also begannen wir zu üben, nachdem ich die Pille abgesetzt hatte. Es klappte leider nicht so, wie wir es uns wünschten. Ob da in meinem Unterbewusstsein etwas dagegen war? Ich weiß es nicht, halte es aber heute durchaus für möglich. Wir begannen mit einem Kinderwunschprogramm, Temperatur messen und hopphopp, wenn ein günstiger Zeitpunkt war, rief ich im Büro an und Michael eilte mit wehenden Fahnen herbei.
Was ein Stress! Es stand für uns kurz vor einer Hormonstimulation, als ich die Reißleine zog. Das wollte ich nicht. Noch mehr Versuch, hoffen und Enttäuschung konnte und wollte ich nicht zulassen.
Wir fuhren in Urlaub und in der Ostermesse kippte ich mit unglaublichen Schmerzen um. Michael half mir raus. Am nächsten Tag kauften wir einen Test und der war negativ. Bei mir lief wegen der Schmerzen schon ein völlig angsterfüllter Film von Krebs ab.
Wir brachten den Urlaub irgendwie herum und waren endlich wieder zuhause. Vom Urlaubsort im Schwarzwald hatte ich schon einen Termin bei meiner Ärztin gemacht, den ich jetzt ängstlich wahrnahm. Es folgten einige Tage Unsicherheit, Angst und Hoffen. Dann kam der langersehnte Anruf:“ Ihr Geschwür wird Anfang Dezember geboren werden!“ sagte die Ärztin lachend und ich viel fast in Ohnmacht.
Dann folgte diese unbeschreibliche Freude, diese Leichtigkeit. Ich schleppte mich durch das Studium, malte ständig kleine menschliche Wesen in den verschiedensten Stadien. Zu jeder gestellten Aufgabe viel mir nichts anderes mehr ein. Okay, beim technischen Zeichnen konnte ich es nicht unterbringen, aber sonst immer.
Ich war völlig im Bann dieses Wunders, was dazu führte, dass ich mein Probejahr an der Akademie nicht bestand und für die Fortsetzung des Studiums nicht zugelassen wurde.
Da stand ich nun. Hochschwanger mit einem zerplatzten Traum.
Ich richtete mich zuhause ein und genoss erstmal die Schwangerschaft mit meinem kleinen Wunder.
Im Dezember dann, nachdem sie sich noch eine Extrarunde von 14 Tagen und eine sehr heftige, lange Geburt gegönnt hatte, kam dann meine wunderschöne Tochter Isabelle auf diese Erde. Welch eine Freude und welch eine Aufgabe, auf die ich, wie so viele andere Frauen gar nicht vorbereitet war.
Es folgten sehr glückliche und sehr anstrengende Monate und ich musste mir Gedanken machen, was ich denn nun lernen wollte. Denn ich stand ja da, mit meinem Abitur und einem abgebrochenen Studium. Also führte mich mein Weg zum Arbeitsamt. Dort wurden mir Lehrstellen beim Floristen, Raumausstatter und Modisten vorgeschlagen. Erstaunlicherweise suchten zu diesem Zeitpunkt alle Modistinnen im Umfeld Lehrlinge und weil es etwas mit Mode zu tun hatte fiel meine Wahl auf diesen Beruf. Ich schrieb also Bewerbungen und bekam Einladungen. Zum Gespräch ging ich dann in den Betrieb, wo ich mir mit 13 meinen ersten Hut, einen schwarzen Bogart, kaufte, den ich heute noch besitze.
Die Inhaberin war fasziniert von mir und meiner kleinen Tochter, die ich in einem Tragetuch mit mir herumtrug. Ich bekam die Lehrstelle, nachdem ich ihr versichern konnte, dass für Isabelle gut gesorgt wäre in der Zeit.
Also begann ich im Sommer meine Ausbildung zur Hutmacherin und ich liebte es. Dieses kreative handwerkliche Tun war Balsam für mich. Auch wenn ich am Anfang viel mit Atelier kehren und kleineren Botengängen beschäftigt war. Isabelle war in dieser Zeit bei meiner Mutter und ich machte jeden Mittag meine Mittagspause mit den Beiden. Es war schon etwas Jonglage, den Ablauf mit Kind, Lehre und Haushalt hin zu bekommen. Mein damaliger Mann war in der Firma involviert und hielt sich wenig mit Kind und Haushalt auf.
So verging die Zeit und ich machte, nach einer verkürzten Lehrzeit von zwei Jahren, meine Gesellenprüfung mit Auszeichnung. Danach war es gar keine Frage, dass ich weitergehen wollte. Der Meistertitel war quasi klar. Da es in Aachen und Umgebung keine Meisterschule gab, ich aber wegen meiner Familie nicht nach Süddeutschland konnte und wollte, absolvierte ich den Ausbilder und den kaufmännischen Teil in einer gemischten Klasse bei der IHK und er HWK. Den fachspezifischen Teil brachte ich mir selber anhand von uralten Büchern bei. Nebenbei arbeitete ich in meinem Lehrbetrieb und sammelte noch viele gute praktische Erfahrungen.
Dann wurde klar, dass wir, Michael und ich, uns noch ein zweites Kind wünschten. Und wieder war es so schwierig. Und wieder standen wir kurz vor einer Hormontherapie. Und wieder lies ich locker und wurde dann schwanger. Ich war wieder so glücklich und im Januar 1996 kam unsere Tochter Anna auf die Welt. Diesmal war es leichter und sie durfte ich dann direkt in meine Arme schließen. Das ging bei ihrer Schwester damals nicht, was mir viel Sorge machte.
Die kleine Anna war, wie ihre Schwester ein Sonnenschein und nach einiger Zeit der Pause, die ich sehr genossen habe, bekamen wir unser erstes Au-Pair Mädchen.
Denn es stand im Raum den Betrieb zu übernehmen, nur da ich nicht mehr solange warten wollte bis meine Lehrmeisterin in Rente gehen würde, kam es für mich nicht in Frage.
Ich machte sehr schnell meine Meisterprüfung, wieder mit Auszeichnung und dann ging es sofort an die Gründung meiner eigenen Firma.

HUTAUF wurde geboren.
Mein drittes Baby war in die Welt gekommen.
Ich war nun Mutter von zwei wundervollen Kindern, Ehefrau, Hausfrau und Inhaberin einer kleinen Firma.

Sandra, die Geschäftsfrau war geboren.

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